In unseren Forschungsprojekten wollen wir grundlegende biologische Fragestellungen verstehen und verwenden dabei verschiedene molekulare Techniken und Methoden sowie evolutions- und populationsgenetische Ansätze in Insekten mit dem Fokus auf sozial organisierte Bienen.

ApiDIST - Investigating Honeybees' (Apis mellifera) Genetic Diversity in Space and Time

Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt gehört zu den  größten Herausforderungen unserer Zeit. Das Forschungsprojekt ApiDIST widmet sich der genetischen Vielfalt innerhalb der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) und untersucht anhand historischer und aktueller Bienenproben aus Deutschland und angrenzenden Ländern, wie sich die genetische Vielfalt von Honigbienen über Raum und Zeit verändert hat.  Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, fundierte Strategien für den nachhaltigen Schutz von Honigbienen - eines zentralen Bausteins unserer Ökosysteme - zu entwickeln.

BeeConnect

BeeConnect untersucht, wie die Vernetzung von Lebensräumen die genetische Vielfalt und den Genfluss von Wildbienenpopulationen in Baden-Württemberg beeinflusst. Im Mittelpunkt stehen vier Modellarten, die in den vier Regierungsbezirken Baden-Württembergs untersucht werden. Durch den Vergleich verschiedener Populationen soll sichtbar werden, wie sich Landschaftsstruktur und Habitatvernetzung auf ihre genetische Vielfalt auswirken.

Molekulare Einblicke in die frühe Larvenunterscheidung bei Apis mellifera kurz nach dem Schlüpfen

Die molekulare Grundlage der Geschlechtsbestimmung ist bei der Westlichen Honigbiene Apis mellifera gut verstanden, bei der das Gen für den komplementären Geschlechtsdeterminator (csd) als primäres Signal für die Geschlechtsbestimmung einer nachgelagerten Genregulierungskaskade auf der Grundlage der allelischen Ausstattung fungiert. Homozygote csd-Individuen entwickeln sich zu diploiden Drohnen und haben null Fitness, da sie von den Arbeitsbienen kurz nach dem Schlüpfen erkannt und entfernt werden. Das Signal, das dieses Verhalten auslöst, ist noch nicht bekannt, aber es wurde vorgeschlagen, dass kutikuläre Kohlenwasserstoffe (CHC) eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung dieser diploiden Drohnenlarven spielen. Ziel dieses Projekts ist es, Einblicke in den zugrundeliegenden genetischen Mechanismus zu gewinnen, der zu der veränderten Ausprägung des Phänotyps führt.